Gipfelkreuz auf der Kellespitz 2238m 

Ein schon länger gehegter Wunsch ging für den noch jungen Verein D’Lobachtaler im Juli 1927 in Erfüllung. Es wurde ein Gipfelkreuz auf dem höchsten der Tannheimer Berge, der Köllenspitz (2245 m) aufgestellt. Nachdem eine 8 m lange Föhre gestiftet und kostenlos geschnitten wurde, konnte es losgehen. Die Alpenvereinssektionen Füssen und Kempten, sowie die Bezirkshauptmannschaft Reutte mussten ihre Einwilligung für die Einfuhr und zur Aufstellung geben. Vorstand Bader transportierte das Material nach Füssen, dort übernahm der Alphirte Diepolder die Fracht. An der Grenze musste alles gewogen und verzollt werden.  Alles zusammen wog 232 Pfund und dafür waren 15,50 Mark zu bezahlen.

Nach ein paar Schoppen Tiroler Wein wurde das Material von Musau in knapp zwei Stunden zur Musauer Alm getragen. Der erste Tag war vorüber und das ganze Material wie Zement, Wasser, Werkzeuge, Bleche, Drahtseile und natürlich der Stamm und das Querholz wurden auf die Schultern verteilt. Um neun Uhr war das meiste auf dem Gipfel und gegen Mittag stand das Kreuz fest in seinem Fundament. Alles war unfallfrei verlaufen.

1977 wurde zum 50-jährigen Jubiläum unter Leitung von Vorstand Fritz Baur ein neues Kreuz zum Gipfel getragen, diesmal von der anderen Seite des Berges. Bis zum Gimpelhaus konnte man dessen Materialseilbahn benutzen. Am 11. September war Einweihung bei strahlendem Wetter durch Pfarrer Anton Glas. Die Senkele Buebe sangen dazu die Bauernmesse von Annette Thoma. Auch diesmal war alles ohne Unfall verlaufen. Es soll uns und den nächsten Generationen Ehre und Verpflichtung sein, das Kreuz zu pflegen und zu erhalten.

Quellen: Bei uns im Oberen Lechgau, Lebendiger Brauch im Jahreslauf, S. 115